Vorwort

Venus

Abbildung 1: Jupiters Wolkenbänder auf Negativfilm, aufgenommen April 2003.

Informationen über die Planeten unseres Sonnensystems wurden von mir erstmals in den Jahren 1997-2000 zusammengetragen und im Internet zugänglich gemacht. Seither werden die Inhalte in unregelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand gebracht. Da die Erforschung des Sonnensystems eng mit der Raumfahrt verknüpft ist, versuche ich in meinen Texten wissenschaftliche Erkenntnisse im Kontext einzelner Satellitenmissionen zu präsentieren. Großer Wert wird auf die Kennzahlen der einzelnen Planeten gelegt. Das ist hilfreich beim Erfassen der Größenordnungen im Sonnensystem, aber auch wichtig beim Lösen einfacher physikalischer Aufgaben.

Meine Motivation zur Erstellung der Planetentexte vor über 20 Jahren liegt darin begründet, dass ich damals einfach mehr über jene Objekte wissen wollte, die ich oft stundenlang mit meinem (ersten) Teleskop (ein 4.5 Zoll Newton) betrachtete und manchmal auch (analog) fotografierte, oftmals bei klirrender Kälte irgendwo in den österreichischen Alpen. Trotz all der Mühe waren meine ersten fotografischen Ergebnisse aus heutiger Sicht eher ernüchternd, aber ich erinnere mich noch gut an jenen Tag als ich im April 2003 erstmals die Wolkenbänder des Jupiters auf Film festhalten konnte (siehe Abbildung 1). Das erfüllte mich mit Stolz und Freude und motivierte mich weiterzumachen. Im selben Jahr, August 2003, kam es dann zu einer ganz besonderen Marsopposition, bei der sich der Planet bis auf 55,76 Million Kilometer der Erde näherte. Durch seine eindrückliche Helligkeit konnte er ein breites Publikum für sich gewinnen, was mich in der Folge dazu veranlasste, meine Texte über die Planeten des Sonnensystems Anfang 2004 wieder zu aktualisieren, quasi rechtzeitig zum Venustransit.

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Abbildung 2: Jupiter mit Ganymeds Schatten. Drei gestackte Einzelframes, aufgenommen mit der SPC900NC Webcam am 29.12.2015 zwischen 02:00 und 03:00 UT

Die Zeit der analogen, chemischen Fotografie sollte aber bald Geschichte sein. Webcams erhielten Einzug in die Planeten-Astrophotografie und ab April 2004 war auch ich stolzer Besitzer einer Astro-Webcam. Meine ersten qualitativen Erfolge mit der Webcam erzielte ich 2006, mit Jupiter und Saturn. Aber es war nicht nur die gesteigerte Sensitivität der CCD/CMOS Chips gegenüber dem herkömmlichen Filmmaterial, sondern auch die Möglichkeit der Bildbearbeitung mittels geeigneter Software, die zu wesentlich besseren Ergebnissen führte. Durch "Lucky Imaging" und "Stacking" hunderter stark verrauschter Bilder, gelang es plötzlich interessante und veränderliche Details zu erkennen, wie zum Beispiel die Schattenspiele der Galileischen Monde (siehe Abbildung 2) oder die veränderlichen Polkappen des Mars.

Etwa im Jahr 2012 (in dem es wiederum zu einem Venustransit kam) wurden die Inhalte von meinem damaligen Providerwebspace auf die eigens registrierte Domain "sonnensystem.at" transferiert. Im Zuge dessen wurden die Texte abermals aktualisiert und außerdem ein Astro-Blog eingerichtet, wo ich über Wissenschaftliches und Technisches schreibe, aber auch von persönlichen, themenrelevanten Ereignissen wie Publikationen oder Vorträgen berichte.

Nun hat sich seit 2012 wieder viel getan und eine Aktualisierung meiner Planetenseiten ist bereits überfällig. Doch ich arbeite gerade daran. Bis Sommer 2018 soll die Überarbeitung der Texte und Bilder abgeschlossen sein. Dann steht übrigens eine neuerliche Mars-Opposition an, bei der uns unser äußerer Nachbar zwar nicht ganz so nahe kommen wird wie 2003, doch nahe genug um für Wochen der absolute "Star" des Abendhimmels zu sein.

Updated by Johannes on April 29, 2018.