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Supernova 2014J

Seit über zwei Wochen warte ich auf besseres Wetter. Dieses Leid teile ich derzeit vermutlich mit vielen Astronomiebegeisterten, da im Moment ein seltenes und kosmologisch hochinteressantes Objekt – eine Supernova vom Typ Ia – selbst mit kleinen Amateurteleskopen gut zu beobachten ist. Die Supernova namens “SN2014J” wurde am 21. Jänner 2014 während eines Astronomiepraktikums am Londoner Observatorium von S. J. Fossey und seinen Studenten bei Beobachtungen von M82, einer unserer Nachbargalaxien, zufällig entdeckt.

Bei einer Supernovae vom Typ Ia handelt es sich um eine thermonukleare Explosion eines degenerierten Weißen Zwerges. Die dabei freigesetzte Energie von etwa 1044 Joule übersteigt dabei alles begriffliche Denken. Darüberhinaus sind diese Supernovae für die Anreicherung des interstellaren Mediums mit schweren Elementen verantwortlich und somit auch als wesentlicher Bestandteil allen Lebens zu verstehen.

Aus kosmologischer Sicht spielen diese Supernovae ebenfalls eine wichtige Rolle; gaben Beobachtungen von solchen Supernovae bei hohen Rotverschiebungen (im frühen Universum), erstmals den Hinweis auf die beschleunigte Expansion unseres Universums. Dies ist möglich, da theoretischen Überlegungen zufolge, ein strenger Zusammenhang zwischen der intrinsischen Maximialhelligkeit der Explosion sowie des darauffolgenden Helligkeitsabfalls besteht. So ist es möglich, aus Beobachtungen von Supernovae des Typs Ia, Entfernungen zu weit entfernten Galaxien zu bestimmen.

All diese Überlegungen, machen SN2014J derzeit zu einem spannenden Beobachtungsobjekt. Leider spielt das Stockholmer Wetter im Moment nicht mit. Allen, denen es ähnlich wie mir ergeht, kann ich die Seiten der “American Association of Variable Star Observers” (AAVSO) empfehlen. Dort finden sich aktuelle Messpunkte des Helligkeitsverlaufs von SN2014J. Das folgende Diagramm zeigt den aktuellen Helligkeitsverlauf in verschiedenen Filtern des Johnson UBVRI Systems, welches etwa dem Farbverlauf von Blau bis Rot entspricht.