Comet C/2014 Q2 (Lovejoy)

Comet C/2014 Q2 (Lovejoy) is bright (around 5mag) enough to be easily seen with binoculars or small telescopes in constellation Eridanus. On really good sites one should be able to spot it even with naked eye. However, currently the observing conditions are hard, because of today’s full moon. Additionally in the northern hemisphere the comet’s elevation is very low. I have spotted it two days ago from Vallentuna (near Stockholm, Sweden) when it was only 18 degrees above the horizon at maximum. I have taken some pictures with my CCD camera and was really impressed how fast the comet moves on the sky (see video).

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The really good news is that the observing conditions are going to be better during the next days and weeks. C/2014 Q2 (Lovejoy) will climb further up, reaching constellation Taurus around 9th of January, just two days after it reaches the closest position to Earth at a distance of around 70 million kilometers.

Ringsystem um Asteroid “Chariklo” im äußeren Sonnensystem entdeckt

Die Europäische Südsternwarte (ESO) berichtet in Ihrer heutigen Pressemitteilung von der überraschenden und erstmaligen Entdeckung eines Ringsystems um einen Asteroiden. Der Planetoid Chariklo wurde von mehreren Observatorien aus – darunter auch La Silla in Chile – beobachtet. Grund der Beobachtung war eine bevorstehende Sternbedeckung durch den Asteroiden. Solche Ereignisse werden genutzt, um die Größe von Kleinplaneten abzuleiten. Dabei wurde überraschenderweise kurze Zeit vor sowie kurze Zeit nach der eigentlichen Bedeckung, ein Helligkeitsabfall des Sterns registriert. Daraus kann zweifelsfrei geschlossen werden, dass sich um Chariklo ein Ringsystem aus Staub und Eis gebildet haben muss ähnlich wie man es von Saturn, Uranus oder Neptun kennt. Letztere wurden ebenfalls durch Sternbedeckungen entdeckt.

Die Scheibe aus Eis und Staub könnte dabei das Resultat aus einem Impaktereignis sein. Weiters ist nun anzunehmen, dass Chariklo noch kleinere Begleiter hat, welche das Ringsystem aufrechterhalten.

Ring um Planetoid entdeckt

Image Credit: ESO

Erste experimentelle Bestätigung der kosmischen Inflation

Vor wenigen Tagen wurde von der US-amerikanischen BICEP2 Kollaboration ein neues, sensationelles Resultat veröffentlicht (siehe: BICEP2 I: Detection Of B-mode Polarization at Degree Angular Scales), was nun endlich bestätigt, was bereits vor über 30 Jahren von Alan Guth postuliert wurde – die kosmologische Inflation. Dabei handelt es sich um eine der frühesten Phasen in der Entwicklung des Universums, die innerhalb eines unvorstellbar kleinen Bruchteils einer Sekunde, nämlich nur 10-30 Sekunden nach dem Urknall stattgefunden haben muss. Innerhalb dieser extrem kurzen Zeit, dehnte sich das Universum um mehr als 25 Größenordnungen, also um den Faktor 1025, aus. Wichtig ist, dass erst durch die Inflation, bisher beobachtete Phänome wie die Homogenität und Geometrie des Universums erklärt werden können.

Obwohl bereits vor einem Jahr von einer anderen Forschergruppe, nämlich der PLANCK Kollaboration, Randbedingungen für mögliche Parameter eines Inflationsmodells veröffentlicht wurden (siehe: Planck 2013 results. XXII. Constraints on inflation), gelang der BICEP2 (Background Imaging of Cosmic Extragalactic Polarization) Kollaboration nun erstmals der direkte, experimentelle Nachweis der Inflation durch die Messung der Polarisation in der Strahlung des kosmischen Mikrowellenhintergrunds mit dem Südpolteleskop.

Die von BICEP2 durchgeführten Messungen beruhen also auf Beobachtungen der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung. Dabei handelt es sich um jene Strahlung, die etwa 380 Tausend Jahre nach dem Urknall entstanden ist, als sich das Universum so weit abkühlte (ca. 3000 Kelvin), dass die bis dahin freien Wasserstoffatome und Elektronen rekombinierten. Infolge dessen wurde das Universum erstmals durchsichtig und Photonen konnten entweichen. Diese Photonen füllen bis heute den Raum und sind Boten aus dieser frühen Zeit nur etwa 380 Tausend Jahre nach dem Urknall. Die kosmische Hintergrundstrahlung wurde von verschiedenen internationalen Forschergruppen (COBE, WMAP, PLANCK) in den letzten 25 Jahren exakt vermessen, was entscheidend zum Verständnis unseres heutigen kosmologischen Weltbildes beitrug. Aufgrund der weiteren Expansion, sank die Temperatur bis zum heutigen Zeitpunkt auf etwa 2.7 Kelvin ab, weshalb die Strahlung im Mikrowellenbereich beobachtet werden kann. Es sind aber die Abweichungen von der mittleren Temperatur, die uns Auskunft über die Dichte und Masseverteilung des Universums in dieser frühen Phase geben. Die Temperaturmessungen müssen dabei bis auf wenige Zehn- bis Hunderttausendstel Kelvin genau durchgeführt werden, was enorm hohe Ansprüche an Technik und Datenverarbeitung stellt.

Soweit, so gut. Was aber sagt uns der Mikrowellenhintergrund über die Inflation, die ja wesentlich früher stattgefunden haben muss? Da die Inflation adiabatisch vor sich gegangen sein muss und somit kein Temperaturaustausch stattgefunden haben kann, würde man klassischerweise zunächst nicht erwarten, dass man in der Temperaturstrahlung noch Hinweise auf die Inflation finden kann. Hier kommen nun Graviationswellen ins Spiel, die bereits von Albert Einstein postuliert wurden. Gravitationswellen sind Wellen in der Raumzeit, die durch Bewegung von Materie im Raum entsehen, und dazu führen, dass sich der Raum ständig streckt und staucht. Große Amplituden werden also von massereichen Objekten wie etwa Doppel-Neutronenstern-Systemen erwarten. Dennoch erweist sich der Nachweis bisher äußerst schwierig, da der Streck- bzw. Stauchfaktor einzelner Objekte nur etwa 10-20 entpricht. Es sind aber eben jene Gravitationswellen die während der Phase der Inflation entstanden sein müssen, die auch Spuren im Mikrowellenhintergund hinterlassen, und zwar in der Polarisation desselben. In der Fachsprache werden die durch primordiale Gravitationswellen verursachte Polarisationsmuster auch B-Moden genannt. Eben jene B-Moden konnten nun von der BICEP2 Kollaboration nachgewiesen werden (siehe Abbildung).

BICEP2 B-Modes

Das beobachtete, wirbelartige Muster, entspricht dabei den Vorhersagen aus zuvor durchgeführten Simulationen. Das gefundene Resultat ist also nicht nur ein erster, experimenteller Nachweis der Inflation, sondern gleichermaßen eine weitere Bestätigung des heute gültigen kosmologischen Modells sowie ein indirekter Nachweis der Gravitatiosnwellen.

 

Milkyway and Venus rise (Video)

The following timelapse movie shows the rising Venus and the Milkyway. The individual photographs from which the animated sequence was created, were taken at the Roque de Los Muchachos, La Palma, Canary Islands during an observing run at the Nordic Optical Telescope (NOT).

  • Roque de Los Muchachos, La Palma, Canary Islands, Spain
  • 3rd of March, 2014
  • Nikon D300 f/3.5 ISO 2500
  • exposure time per photograph: 20s
  • Time lapse interval: 120s
  • duration: approx. 1.5h

 

Endlich gutes Wetter: Supernova SN2014J

Endlich hat das Wetter mitgespielt, um die Supernova SN2014J von Stockholm aus mit dem AlbaNova Teleskop zu beobachten. Selbst knapp einen Monat nach ihrer Entdeckung, liegt die Helligkeit der Supernova im Visuellen (Johnson V) mit 11 mag immer noch bei etwa 75% der Gesamthelligkeit von M82 (10.7 mag in V), ihrer Heimatgalaxie.

Supernova SN2014J

Supernova SN2014J

AlbaNova 1m f/11 Teleskop

AlbaNova 1m f/11 Teleskop

Supernova 2014J

Seit über zwei Wochen warte ich auf besseres Wetter. Dieses Leid teile ich derzeit vermutlich mit vielen Astronomiebegeisterten, da im Moment ein seltenes und kosmologisch hochinteressantes Objekt – eine Supernova vom Typ Ia – selbst mit kleinen Amateurteleskopen gut zu beobachten ist. Die Supernova namens “SN2014J” wurde am 21. Jänner 2014 während eines Astronomiepraktikums am Londoner Observatorium von S. J. Fossey und seinen Studenten bei Beobachtungen von M82, einer unserer Nachbargalaxien, zufällig entdeckt.

Bei einer Supernovae vom Typ Ia handelt es sich um eine thermonukleare Explosion eines degenerierten Weißen Zwerges. Die dabei freigesetzte Energie von etwa 1044 Joule übersteigt dabei alles begriffliche Denken. Darüberhinaus sind diese Supernovae für die Anreicherung des interstellaren Mediums mit schweren Elementen verantwortlich und somit auch als wesentlicher Bestandteil allen Lebens zu verstehen.

Aus kosmologischer Sicht spielen diese Supernovae ebenfalls eine wichtige Rolle; gaben Beobachtungen von solchen Supernovae bei hohen Rotverschiebungen (im frühen Universum), erstmals den Hinweis auf die beschleunigte Expansion unseres Universums. Dies ist möglich, da theoretischen Überlegungen zufolge, ein strenger Zusammenhang zwischen der intrinsischen Maximialhelligkeit der Explosion sowie des darauffolgenden Helligkeitsabfalls besteht. So ist es möglich, aus Beobachtungen von Supernovae des Typs Ia, Entfernungen zu weit entfernten Galaxien zu bestimmen.

All diese Überlegungen, machen SN2014J derzeit zu einem spannenden Beobachtungsobjekt. Leider spielt das Stockholmer Wetter im Moment nicht mit. Allen, denen es ähnlich wie mir ergeht, kann ich die Seiten der “American Association of Variable Star Observers” (AAVSO) empfehlen. Dort finden sich aktuelle Messpunkte des Helligkeitsverlaufs von SN2014J. Das folgende Diagramm zeigt den aktuellen Helligkeitsverlauf in verschiedenen Filtern des Johnson UBVRI Systems, welches etwa dem Farbverlauf von Blau bis Rot entspricht.

Tagung “Besseres Licht – Alternativen zum Lichtsmog”

Am 10. September wird es im Ars Electronica Center in Linz eine vom Land OÖ organisierte Veranstaltung zum Thema Lichtverschmutzung geben. Interessante Vorträge sowie eine Podiumsdiskussion stehen am Programm. Thematisiert werden unter anderem Auswirkungen des Lichtsmogs auf Natur, Umwelt und Gesundheit. Zentrales Thema der Veranstaltung bildet der oberösterreichische Leitfaden “Besseres Licht”, der in den letzten Monaten unter der Leitung von Ing. Heribert Kaineder vom Land OÖ in Zusammenarbeit mit Experten aus den Bereichen Gesundheit, Natur, Umwelt, Technik, Energie, Verkehr und Astronomie ausgearbeitet wurde. Als Mitautor werde ich gemeinsam mit DDr. Thomas Posch den Leitfaden vorstellen dürfen.

Einladung zur Tagung "Besseres Licht", Ars Electronica Center, Linz

Weitere Informationen und Anmeldung unter:
http://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/ooe/hs.xsl/119864_DEU_HTML.htm

Planeten mit der Webcam

Jupiter

Jupiter

  • Datum: 21.04.2006
  • Zeit: 00h 00m
  • Ort: Sophienalpe
  • Aufnahmetechnik: Webcam: Philips ToUCam Pro (640×480 Pixel); fokal mit 2xBarlow am VC200L
  • verwendeter Filter: IR Sperrfilter
  • Brennweite: 3600mm
  • Blende: f/18
  • Belichtungszeit: je 1/250
  • verwendeter Film: CCD Chip
  • digitale Bildverarbeitung: Addition von ca. 500 Einzelbildern mit Registax, dann 2fache Vergrösserung

Saturn

Saturn

  • Datum: 20.04.2006
  • Zeit: ca. 23h 45m
  • Ort: Sophienalpe
  • Aufnahmetechnik: Webcam: Philips ToUCam Pro (640×480 Pixel); fokal mit 2xBarlow am VC200L
  • verwendeter Filter: IR Sperrfilter
  • Brennweite: 3600mm
  • Blende: f/18
  • Belichtungszeit: je 1/250
  • verwendeter Film: CCD Chip
  • digitale Bildverarbeitung: Addition von ca. 500 Einzelbildern mit Registax, dann 2fache Vergrösserung

All Sky Infrarot Survey

Im NASA/IPAC Infrared Science Archive stehen Infrarot-Bilder der gesamten nördlichen und südlichen Hemisphäre für alle ambitionierten Astrofotographen bereit. Der Download ist kostenlos und einfach. Durch Erzeugen von “Overlay-Bildern” lassen sich damit die eigenen Aufnahmen nicht nur aufpeppen, sondern erste Erkenntnisse über Sternentstehungsprozesse können damit bereits qualitativ veranschaulicht werden, denn Sternentstehung geht immer mit erhöhter Infrarot-Leuchtkraft einher! Weiters ist erkennbar, dass Sternentsehung ein “lokales” Phänomen ist, also Sterne in inhomogen verteilten “Klumpen”, den Molekülwolken entstehen.

M101 Galaxie

M101 – Overlay einer optischen Aufnahme im L-Filter mit einer Infrarotaufnahme des WISE Satelliten

Das hier gezeigte Beispiel von M101 ist ein Overlay aus einer etwa 30 Minuten lang belichteten Aufnahme im sehr breiten optischen “L-Band”, aufgenommen mit der ATIK383L+ S/W Kamera (Blau im Falschfarben-Komposit) und einer Infrarot Aufnahme des 22μm Filters des WISE Satelliten (Orange im Falschfarben-Komposit). Bemerkenswert ist, dass das Infrarotbild des Satelliten trotz 40cm Öffnung aufgrund der wesentlich größeren Wellenlänge über eine räumliche Auflösung von nur ca. 13 Bogensekunden verfügt, das mit meinem 10 Zöller (ca. 25cm) gewonnene Bild Seeing-begrenzt mit 3 Bogensekunden hier also deutlich besser abschneidet.

CALIFA Daten jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich

CALIFA Survey

CALIFA, der “Calar Alto Legacy Integral Field Area Survey”, das ist eine Durchmusterung von hunderten Galaxien des lokalen Universums mit modernster Technik. Drei Jahre lang werden am spanischen Observatorium am Calar Alto Beobachtungen durchgeführt. Man bedient sich dabei der sogenannten Integralfeldspektroskopie – einer Methode, bei der durch Lichtwellenleiter bis zu 300 Spektren einer Galaxie gleichzeitig gewonnen werden. Dadurch können Detailstudien über Bewegungsabläufe sowohl des Gases als auch der Sternen in einer bisher unerreichten Auflösung durchgeführt werden. Viele Wissenschafter sind an diesem Großprojekt beteiligt, meine Wenigkeit miteingeschlossen. Ein besonderes Merkmal CALIFAs ist aber der “Legacy” Charakter der Studie, denn die gewonnenen Daten stehen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Junge Wissenschafter und Interessierte sind eingeladen, die Daten einzusehen, zu analysieren und Kenntnisse daraus zu gewinnen. Mit 1. November 2012 wurden nach sorgfältiger Qualitätskontrolle nun Datensätze zu den ersten 100 Galaxien veröffentllicht. Allen Interessierten stehen diese ab sofort auf der Webseite des Projekts zur Verfügung.